In etablierten Fußstapfen

Wir benehmen uns gerade wie die letzten Idioten. Und der Wähler guckt uns dabei zu.

Diverse Fails, was die Kommunikation betrifft, sind da nur die Spitze des Eisbergs. Jeder Pirat fühlt sich gerade überlegen und möchte es mit dem BuVo aufnehmen. Und klappt das Gerante nicht so ganz über das inoffizielle Kommunikationsmedium Twitter, dann werden PMs geschrieben, irgendwelchen Zeitungen Auskünfte sinnloser Art erteilt oder man gibt sich auf irgendeine witzige und auf sich aufmerksam machende Art in der Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preis.
Die Spitze war gestern, dass der MdA Christopher Lauer der der Zeitung mitteilte, sich aufgrund mangelnder Reichweite von Twitter zu verabschieden. Thematisch nun eher unspannend. Witzig dabei ist, dass er seinen Followern, die den den Text ja schon längst in der Zeitung gelesen hatten, per *Twitter* verkündete, dass er in der Zeitung geschrieben hatte, dass Twitter für ihne gestorben ist. Äh, ja. 
Ich persönlich habe nichts gegen @Schmidtlepp. Warum auch? Auch wenn ich nicht immer mit seinen Aussagen übereinstimme, hat er es doch geschafft, die Piraten mal mehr oder mal weniger positiv in die Presse zu bringen.
Auch schlechte PR ist PR, könnte man sagen, aber diese Aktion war ein Witz.

Das Ganze ist nur ein kleines Beispiel, ich finde noch viele andere Gründe. Piraten in NRW, die der Meinung sind, dass sie sich, nur weil sie jetzt im Landtag sitzen, unbedingt seriöslich geben müssen. Oder Bewerber einer Landesliste, die sich fast ausschließlich in Anzug und Krawatte präsentieren.
Habt ihr vergessen, was wir sind, was wir wollen und vor allem was die Wähler wollen?
Die Wähler wollten nicht, dass wir uns benehmen wie die CDU/FDP/CSU/Grüne oder Linken. Doch jetzt machen wir genau das! Wir verstecken uns hinter parlamentarischen Verfahren und lenken uns gerade auf dieselben Gleise wie diejenigen, die für Frust in der Wählerschaft sorgen.
Wenn wir in den Bundestag kommen wollen (und ich will, dass wir das tun!), müssen wir aufhören, solche Sinnlosigkeiten zu veranstalten. 
Wir wollen die Welt verändern, wir fangen gut an und fallen dann in die Formen der etablierten Parteien zurück?
Das ist nicht das, was die Wähler wollen. Auch wenn irgendwelche Politologen der Meinung sind, wir hätten nicht genug Programm, wir hätten nicht die Köpfe etc. Das ist Blödsinn.
Die Wähler der Partei wollen genau das, was wir ihnen 2011 in Berlin bieten konnten. Ein Wahlkampf mit Inhalten, die sagten, was in diesem System schief läuft und was wir ändern wollen. So ist es auch im Bundestagswahlkampf: Wir müssen den Leuten zeigen, was wir alles ändern können und müssen. Wir müssen ihnen zeigen, dass wir nicht so sind wie die anderen Parteien.

 Wir wollten Politik machen. Also machen wir gefälligst Politik, und keine Mätzchen!