S-Bahn Berlin und die typischen Probleme

Wir alle kennen unsere Berliner SBahn.

Wer dem TwitterAcc @SBahnBerlin folgt der weiß in Berlin kommt es immer wieder zu Einsätzen von Polizei und Feuerwehr in Zügen der SBahn und damit zu Ausfällen oder Verspätungen, die aber wohl selten was mit den Noteinsätzen zu tun haben.
Doch was ich am Sonntag erleben musste lässt mich ein anderes Bild auf die Situation bringen.

im Detail:
Auf der Linie S42 kommt es Sonntag Nachmittag zu einem Kleinen Zwischenfall:

Im ersten Wagen der SBahn fällt ein Mann einfach um. (keine 2 Meter entfernt) Diverse Mitreisende und die Begleitung des Mannes sind sofort zur Stelle. Der Mann ist zu diesem Zeitpunkt nicht ansprechbar. Nach der Einfahrt in den Bahnhof #Innsbrucker_Platz läuft eine Dame zum Zugführer und erklärt die Situation. Daraufhin passiert genau das was auch verständlich und völlig richtig ist. Der Zugführer informiert die Leitstelle, der Krankenwagen wird gerufen. Nun geht der Zugführer auf die Suche nach dem Hilfebedürftigen. Was dem Zugführer nicht bekannt war, das der Mann wieder zu sich kam und mit Hilfe einiger Fahrgäste und der Begleitung des Mannes die Bahn verließ und auf einer Bank auf den Bahnsteig Platz nahm. Auf Grund der fehlenden Information sagte der Zugführer durch das der Zug erst einmal nicht weiter fahren würde. Die Leitstelle handelte bis dahin auch recht schnell die S47 wurde verkürzt,

und die nächste S42 fuhr auf dem eigentlich der Gegenrichtung vorbehaltenem Gleis ein.
Zu diesem Zeitpunkt, also noch vor einfahrt der nachfolgenden S42 wusste die Leitstelle schon das die S42 nicht mehr wegen des Notarzteinsatzes stehen bleiben muss. Sie hätte also noch vor der Nachfolgenden S42 mit 5 min Verspätung weiterfahren können.
Nachdem dies aber von der Leitstelle abgelehnt wurde stand nun auf Gleis 1 eine S42 und auf Gleis 2 fuhr eine S42 ein.
Die Fahrgäste die mittlerweile ja den Bahnhof bevölkerten drängten sich in die bereits gut gefüllte neu eingefahrende S42. Wer nun denkt alles ist schön der Irrt.
Die Fahrt der S42 war hiermit jäh zu Ende, den das Stellwerk gab die Fahrt der S42 nicht frei. Weder Leitstelle noch Stellwerk waren per Funk bzw. Telefon zu erreichen. Somit war natürlich auch beide Richtungen des Ringes nicht befahrbar.

Alle Fahrgäste stiegen nach 5 Minuten wieder aus der reichlich aufgeheizte SBahn aus. Hier explizit noch einmal meinen besonderen Dank an die beiden Zugführer die ständig die Situation erklärten und geduldig zuhörten.

S42-Zug1 2015-05-31_17.31.59 2015-05-31_17.31.52

Nachdem auch die Fahrzielanzeigen der Bahnsteige nur noch „Mist“ anzeigten haben sich die meisten Fahrgäste mit Bus und UBahn auf den Weg gemacht.
Nach weiteren Minuten bekam das Stellwerk wohl Ihr Chaos in den Griff und es konnte Tatsächlich weitergehen.
Mit wiederholten Ansagen, inkl. Gesten, machte der Zugführer darauf aufmerksam das der Zug eine S42 sei und trotz das er auf dem Gleis der S41 stehe nicht in Richtung Westen sondern Richtung Hermannstr. , Neukölln, Ostkreuz fahre.
Mit ca. 30 Minuten Verspätung ging die Fahrt dann weiter.

Fazit. Nicht der Noteinsatz der Berliner Feuerwehr hat hier zu einem Chaos geführt und zu Zugausfällen. Ich kann nur vermuten das die Software die die Berliner SBahn für Ihre Signale und Weichen benutzen, vor Fehlern strotzen. Zu dem wurden in den vergangen Jahren die Weichen abgebaut die noch in den 90igern vor und hinter jedem Bahnhof verbaut waren um genau solche Situationen zu meistern. So wurden aus Verspätung einer S42 von max. 8 Min. ein kompletter Stillstand für 30 Min auf dem kompletten Ring.
Mir ist bewusst das die Mitarbeiter nicht immer die Schuld trifft doch das ganze System hackt.
Mit Dutzenden solcher Meldungen hat man es bei der SBahn Berlin täglich zu tun. Die Meisten sind in der Ursache wohl eher der Technik geschuldet als der Unfähigkeit aber das liebe SBahn ist nicht Welt Stadt Niveau.

 

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